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Eine neue Orgel für die Abteikirche



Helfen Sie mit, dass in der Abteikirche auch in Zukunft eine würdige Orgel zur Verfügung steht, die der kulturellen und geistlichen Bedeutung der bedeutenden romanischen Kirche entspricht
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Kirchenmusik in der Abteikirche Brauweiler Montag, 06.09.2010



Kategorie: Orgeln


Eine neue Orgel für die Abteikirche


Prächtiges Gehäuse – schwaches Innenleben

Einige von Ihnen werden denken: "Wir haben doch eine tolle Orgel?!" Die Abteikirche besitzt in der Tat ein wertvolles, unter Denkmalschutz stehendes Orgelgehäuse, dessen prachtvoller Barockprospekt im Rheinland seinesgleichen sucht. Als es dem ehemaligen Benediktinerkloster Anfang des 18. Jahrhunderts finanziell gut ging, ließ Abt Matthias Franken auf der Westempore eine neue Orgel errichten. Und zwar nicht irgendeine! Den Zuschlag erhielt – höchstwahrscheinlich –  der bedeutende Orgelbauer Balthasar König, damals führender Vertreter seiner Zunft im Rheinland, der nur Orgeln für herausragende Kirchen baute, z.B. für St. Gereon in Köln (die Orgel wurde im 2. Weltkrieg leider vollständig zerstört) oder für die Klosterkirche Steinfeld in der Eifel. Von der König-Orgel in Brauweiler ist indes bis heute außer dem Prospekt kaum etwas übrig geblieben. Verschiedene Orgelbauer haben 1873, 1908 und zuletzt zwischen 1967 und 1970 die Orgel dem jeweiligen Zeitgeschmack entsprechend um- bzw. neu gebaut.

Die heutige Hauptorgel und die zusätzlich über der südlichen Chorschranke aufgestellte Chororgel werden von einem elektrischen Spieltisch aus, der ebenerdig nördlich der Vierung steht, angespielt. Und zwar ausschließlich von dort, was den Organisten und die dort platzierten Chöre vor große akustische Probleme stellt, da die Orgel einfach zu weit entfernt steht, als dass man sich an ihr orientieren könnte.

Die Orgelanlage besitzt eine für die 1970er Jahre typische neobarocke Disposition (Registerzusammenstellung) mit z.B. zu wenigen grundtönigen Registern, die noch aus der so genannten Orgelbewegung aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg stammt. Der elektrische Spieltisch mit seinen wenigen Spielhilfen erfüllt zudem schon lange nicht mehr die Anforderungen an ein liturgisches und konzertantes Orgelspiel auf hohem Niveau. Im August 2007 schreibt der Orgelsachverständige des Erzbistums Köln, der international angesehene Orgelexperte Eckhard Isenberg, in einem Gutachten: „Die Orgel hat gravierende technische und vor allem klangliche Mängel […] Die Kirche St. Nikolaus, der Kantor, die Chöre und die Konzertreihe verdienen eine optimale Orgellösung. Der jetzige Zustand ist auf Dauer nicht zu akzeptieren."


Der Anfang ist gemacht

Aufgrund einer zweckgebundenen Großspende und des Grundtenors des Orgelsachverständigengutachtens des Erzbistums hat der Kirchenvorstand deshalb den Grundsatzbeschluss gefasst, die Erneuerung der Orgelanlage, natürlich unter Beibehaltung des barocken Prospekts, in Angriff zu nehmen. Ein erstes Konzept liegt schon vor. Es sieht vor, den prächtigen Prospekt zu erhalten, das Instrument ähnlich wie ein Gebäude zu entkernen und im "Inneren" eine neue Orgel zu bauen. Geprüft wird zur Zeit ebenfalls, ob im Bereich der Vierung der Kirche ein Orgelwerweitung möglich ist, womit die bisherige Chororgel an ihrem jetzigen architektonische ungünstigen Platzt ersetzt würde. Diese neue Orgel soll nicht nur zur Optimierung des Gesamtklangs beitragen, sondern wird auch die Chöre der Abteikirche optimal unterstützen.

Ein Förderverein – der "Orgelbauverein Abteikirche Brauweiler e.V." wurde gegründet,  der das Großprojekt mit frischen Ideen auf der Suche nach Spendengeldern und Sponsoren vorantreiben soll, denn natürlich hat ein Instrument, das in monatelanger Handarbeit gebaut wird, auch seinen Preis.  Am 2. November 2008 fand die feierliche Gründungsveranstaltung des Orgelbauvereins statt. Und nicht nur das. Nachdem der finanzielle Grundstock durch eine großzügige 100.000 €-Spende der NRW-Bank im Mai gelegt wurde, konnten wir nun auch noch von der Kreissparkasse Köln den gleichen Betrag in Empfang nehmen. Deren Vorstandsvorsitzender übergab den Scheck am 2. November an den 1. Vorsitzenden des Orgelbauvereins, Dr. Heinrich Kemper. Bei der Feier war auch Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers anwesend, sowie der Präsident des Allgemeinen Cäcilienverbandes für Deutschland, Prof. Dr. Wolfgang Bretschneider.


Weitere Spenden erforderlich

Nun liegt es am Verein, weitere Spendengelder zu sammeln. Dabei sind nicht nur die Großspender wichtig, sondern auch die vielen kleinen Spenden, die letztendlich dazu beitragen, dass die Abteikirche eine Orgelanlage erhält, die die rheinische Orgellandschaft mit einem zukunftsweisenden Instrument bereichert. Der Musikwissenschaftler Carl Dahlhaus hat einmal gesagt: „Die Orgel ist ein zu kompliziertes Instrument, als dass sie je vollendet sein könnte. Sie fordert immer von neuem zu Veränderungen heraus." Ein Orgelneubau erfordert in der Tat den Mut zu kreativen Ideen. Seien wir mutig und packen die Sache an! Dann können wir mittelfristig eine Orgel erhalten, die der architektonischen, kunstgeschichtlichen und geistlichen Bedeutung der Abteikirche entspricht.


Helfen Sie mit


Auch Sie können uns helfen, indem Sie für einzelne oder auch mehrere Pfeifen, vielleicht sogar für ein komplettes Register, die Patenschaft übernehmen. Ebenso können Sie uns durch direkte Spenden oder die Mitgliedschaft im Orgelbauverein unterstützen:


Konto: 0156274311
BLZ: 37050299 – Kreissparkasse Köln
Stichwort: „Spende Orgelbauverein“
Kontakt: orgelbauverein@st-nikolaus.info


Informationsmaterial und Mitgliedsantrag stehen hier zum Download bereit:

Letzte Änderung  27.12.2009, 22:34 Uhr   Druckbare Version  Druckbare Version
   
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